Wer zuerst das Meer sieht – Roadtrip Tag 2

Dies ist der zweite Bericht über meine Erlebnisse, Erfahrungen sowie Eindrücke vom überstandenen Roadtrip in Belgien und Holland.

 

Brügge

Wie in meinem gestrigen Beitrag erwähnt, war Brügge unser erstes Ziel am zweiten Reisetag. Wir schlenderten durch die kleine, aber feine Einkaufsstrasse und gönnten uns je eine heisse, belgische Waffel. Leider musste ich feststellen, dass diese keineswegs besser schmeckten, als jene in der Schweiz oder gar in Frankreich. Lecker waren sie aber trotzdem. Dank dem Charme, welchen Brügge durch die unzähligen Gässlein mit den verschiedensten Läden bekommt, lässt sich die Zeit problemlos totschlagen. Auf einem grösseren Platz fand sogar ein kleiner Markt statt. Auch einige Pferdekutschen standen dort. Neben Gent war Brügge definitiv ein weiteres Highlight unserer Reise.

 

 

Meerestunnel – hui oder pfui?

Unser nächster Stopp war (eigentlich) in Middelburg geplant. Um dorthin zu gelangen, mussten bzw. wollten wir durch den Westerscheldetunnel fahren. Mein Freund, welcher mit dem Auto schon nach England gefahren ist und somit den Eurotunnel überstanden hat, nahm das Ganze wesentlich gelassener, als ich. Während ich mich total auf diese neue Erfahrung freute, blieb er cool und meinte nur, ich solle mir nicht zu viel erhoffen. Tja, was soll ich sagen – er hatte Recht. Okay, das komische Gefühl im Bauch während den ersten 30 Sekunden war schon speziell, aber danach – laaaangweiiilig. Wenn man sich, so wie ich als Herzblut-Italienerin, den Gotthardtunnel gewöhnt ist, sind die knapp 6 Kilometer des Meerestunnels einfach lächerlich. Dazu kommt, dass man für diesen «Spass» 5 Euro bezahlen muss. Kurze Info: das Durchfahren des ca. 17 Kilometer langen Gotthardtunnels ist für alle gratis.

 

Middelburg und Inselhüpfen

Knapp 15 Minuten vom Meerestunnel entfernt, befindet sich Middelburg; ein charmantes Städtchen mit einer verblüffenden Ähnlichkeit zu Gent. Während wir durch Middelburg fuhren, wurde uns allerdings bewusst, dass uns Gent besser gefallen hatte. Wir entschieden uns also spontan dazu, hier keine Pause einzulegen und stattdessen mit dem Inselhüpfen zu beginnen. Das Ziel: Rotterdam. Während wir also immer weiter dem Meer entgegenfuhren, kreuzten wunderschöne Baumalleen, niedliche Dörfchen und scheinbar endlose Weiden unseren Weg. Mal mussten wir über eine lange Brücke fahren, mal über ganz kurze – auf jeden Fall war es wunderschön.

 

 

Rotterdam

Unser zweitletzter Halt war die riesige Hafenstadt. Wie schon so oft verschafften wir uns auch hier zuerst vom Auto aus einen Überblick. Wir standen sogar im Stau auf der bekannten Erasmusbrücke, bevor wir uns dazu entschieden, der Markthalle einen Besuch abzustatten. Zuerst dachten wir, dass die Markthalle eine kleine Shopping-Mall sei – keine Ahnung warum – bis wir eines Besseren belehrt wurden. In der Halle befinden sich unzählige Essenstände aller Art sowie einige kleine Restaurants und Einkaufsläden. Der Besuch hat sich also trotzdem gelohnt, besonders wegen der speziellen Architektur und Atmosphäre.

 

 

Den Haag / DePier

Nach einer weiteren Autofahrt haben wir unser letztes Ziel erreicht. Überglücklich liefen wir an den Strand und atmeten die salzige Meeresluft ein. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber sobald ich am Meer bin, fühle ich mich frei – nichts scheint dann mehr von Bedeutung zu sein. Wir schlenderten durch den weichen Sand und trafen schon bald auf den bekannten Pier. Natürlich mussten wir ein Wettlaufen über die Dünen machen – ich gewann, oder zumindest behaupte ich das jetzt einfach mal. Gleich oberhalb beim Strand befinden sich mehrere Restaurants sowie ein Einkaufszentrum mit Spielhalle. Wir entschieden uns für ein ansprechendes, italienisches Restaurant mit Blick aufs geliebte Meer. Als ich dann auf Italienisch einen Tisch für zwei Personen verlangte, sah man mich verwirrt an und gab auf Englisch Antwort. Kleiner Einschub: in London war ich schon mehrmals italienisch Essen und JEDES MAL sprachen die Köche und Kellner italienisch. Ja, ich lege sehr viel Wert auf so etwas, aber zurück zum Thema. Die Bedienung war leider von Anfang an eine einzige Katastrophe. Er brachte das falsche Getränk, liess sich eine Ewigkeit Zeit uns zu bedienen, war unfreundlich, etc. Als dann endlich das Essen kam, hatten wir bereits die nächste Enttäuschung auf dem Teller: meine Tortellini waren verkocht, geschmackslos, ungewürzt und die Lachs-Nudeln meines Freundes genauso. Dazu kommt, dass eine Live-Band so laut gespielt hatte, dass man sich nicht mehr unterhalten konnte. Ziemlich geknickt machten wir uns also auf dem Weg zu unserem Hotel.

 

 

 

Die Suche oder wie meine Nerven strapaziert wurden

Wir haben uns für ein Best Western Hotel entschieden. Bereits in Rom haben wir mit dieser Hotelkette tolle Erfahrungen gemacht. Leider wiederholte sich diese Erfahrung nicht. Da die Hotelparkplätze alle besetzt waren, wurden wir gebeten, uns im Quartier einen freien Platz zu suchen. Geschlagene 30 Minuten, also eine gefühlte Ewigkeit, klapperten wir sämtliche Plätze ab, bis wir endlich eine geeignete Parkiermöglichkeit fanden. Habe ich bereits erwähnt, dass es in Strömen regnete? Egal, wir haben eingecheckt und sind ziemlich wütend auf unser Zimmer, wo uns der nächste Schock traf: zwei Einzelbetten. Schon klar, die Angabe «Doppelbett» bei der Buchung kann man falsch verstehen. Kurzerhand wurden die Betten zusammengeschoben. Als wir uns dann erschöpft aufs Ohr legen wollten, kam das Sahnehäubchen: die Betten waren total hart. Glaub mir, ich habe schon auf einer Wiese in einem Schlafsack geschlafen. Wenn ich sage, dass die Matratzen hart waren, dann waren sie WIRKLICH hart.

 

Hart ist auch, dass dies bereits das Ende unseres zweiten Tages war. An unserem dritten Tag beobachteten wir Wildgänse, machten eine Bootsfahrt, fluchten über Amsterdam und assen die besten Burger in Dortmund – aber dazu im nächsten Beitrag.

 

 

Ich bin Flying Eve und die Co-Autorin von Felix. Mein Spezialgebiet umfasst alles zum Thema Reisen. Wenn ich nicht gerade am Texten oder unterwegs bin, mache ich Sport (Kampfkunst, Reiten, Fitness). Meine grössten Schwächen sind ausserdem Bandmerch, Kaffee von Starbucks, Musik bzw. Konzerte, Schuhe, Autos und Games.

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