Mit Models arbeiten

Mit Models zu arbeiten, ist etwas anderes als Tiere oder Landschaften zu fotografieren. Was ihr dabei beachten solltet, möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen. Ob es sich um professionelle Models oder Amateure handelt ist dabei  egal, jedem Menschen vor eurer Kamera sollte der gleiche Respekt entgegen gebracht werden.

 

Einige der Tipps die ich euch geben werde erscheinen euch vielleicht selbstverständlich. Jedoch gibt es immer wieder Fotografen die selbst diese einfachen Regeln nicht befolgen können. Natürlich bin ich mir sicher dass ihr nicht dazu zählt, doch wer weiß ob sich nicht doch mal ein solcher Helmi auf die Seite verirrt und etwas lernt. Aber nun zu den Tipps.

 

Kommunikation

“Hi, bock zu shooten?” – Solche Anfragen gibt es leider immer wieder. Versetzt euch einmal in die Lage der Models. Ihr bekommt eine Mail und darin sind einfach Null Informationen. Okay, da ist jemand der Shooten möchte, je nach Kontakt-Möglichkeit steht vielleicht sogar eine Name dabei. Was würdet ihr euch bei so einer Mail denken? Überlegt euch also wie ihr ein Model anschreiben wollt, je mehr Information desto besser. Was möchtet ihr Shooten? Habt ihr eine Seite oder Bilder die sich das Model ansehen kann, um sich ein Bild von euch zu machen? Wo kommt ihr her? Gibt es eine Location? Diese Fragen und noch mehr sollten am besten schon in der ersten Mail von euch stehen. Vor allem aber solltet ihr euch auch klar sein, ob ihr ein TfP- oder Pay-Shooting machen wollt. (Dazu weiter unten mehr)

 

Habt ihr diese Sachen abgeklärt und es kommt zu einem Shooting, hört es aber mit der Kommunikation natürlich nicht auf. Viele “verstecken” sich beim Shooting hinter der Kamera, ab und zu wird was genuschelt und nebenbei geknipst. Redet mit euren Models! Versteckt euch nicht hinter der Kamera, Kommunikation ist alles, das Model selbst kann nicht sehen was ihr seht. Manche Leute machen es sich in diesem Punkt sehr schwer, doch mit jedem Shooting wird dies besser. Ich versuche oft viel zu reden und einfach das zu kommentieren was ich gerade mache oder versuchen möchte. So weiß das Model immer bescheid was ich gerade mache oder denke und fühlt sich nicht so allein gelassen. Dazu gebe ich auch Signale wenn ich fotografiere, anstatt einfach drauf los zu knipsen. Als Model kann dies sehr irritierend sein und das werdet ihr auf euren Fotos später auch sehen. Die Bilder sehen einfach nicht toll aus wenn das Model unsicher wirkt.

 

TfP- oder Pay-Shootings

Pay-Shootings sind wie ihr euch sicher denken könnt bezahlte Shootings, bei dem das Model bezahlt wird. Bei TfP ist dies jedoch anders, es bedeutet so viel wie “Time for Pictures” oder “Time for Print”. Hier werden beide Seiten mit den fertigen Bildern “bezahlt”. In einem TfP-Vertrag wird geregelt was der Fotograf oder das Model mit den fertigen Bildern machen darf. Hier solltet ihr euch also überlegen, was ihr mit den Bildern der Models machen wollt. Wenn ihr die Bilder z.B. verkaufen wollt, wäre ein Pay-Vertrag angemessen, in dem dies geregelt ist und das Model ausbezahlt wird. Wollt ihr jedoch nur die Bilder auf Sozialen Medien wie Facebook, Instagram und co. hochladen, empfiehlt sich ein TfP-Vertrag. Im besten Fall bekommen die Models die Verträge von euch bereits vor dem Shooting Termin. So können sie diese in Ruhe durchlesen und ausgefüllt mitbringen. Was ihr nicht machen solltet, ist erst nach dem Shooting damit rauszurücken, dass ihr einen Vertrag unterschrieben haben wollt.

 

Fahrtkosten

Auch dies ist ein Punkt den ihr unbedingt im Vorfeld klären solltet. Wenn ihr erwartet das ein Model zu euch kommt und dafür eine weite Strecke in kauf nimmt, solltet ihr auch Fahrtkosten übernehmen. Natürlich kommt dies auf die Situation an, doch entstehende Kosten sollten bei TfP-Shootings gleichermaßen geteilt werden. Andersrum gilt dies aber natürlich auch. Verlangt ein Model von euch eine weite Strecke zurückzulegen, solltet ihr euch nicht scheuen nach einer Fahrtkosten Beteiligung zu fragen.

 

Models finden

Am einfachsten ist es immer noch mit Freunden und Bekannten erste Erfahrungen zu sammeln. Wer sich mit Verträgen etwas schwer tut, kann es hier auch schon mal mit den Freunden üben. Es kann etwas Überwindung kosten nach einer Unterschrift zu fragen, doch später geht es euch ganz leicht von der Hand. Zudem seid ihr so immer auf der sicheren Seite.

Um andere Models zu finden gibt es auch ganz unterschiedliche Wege. Eine bekannte Seite ist z.B. Model-Kartei.de, hier findet ihr eine ganze Menge Models. Mit eurer Postleitzahl könnt ihr hier auch sehen welche in eurer Umgebung leben. Auf der Seite müsst ihr euch ein Profil anlegen, in dem ihr eure Bilder hochladen könnt. So können Models direkt sehen was ihr bereits für Bilder gemacht habt. Ein weiterer Weg sind unter anderem Facebookgruppen. Hier gibt es eine ganze Menge Gruppen die als Netzwerk zwischen Models und Fotografen dienen. Mit der richtigen Ausschreibung werdet ihr hier sicherlich auch viele Models zum Shooten finden.

Im Reallife könnt ihr euch aber natürlich auch auf die Suche machen. Damit meine ich aktiv Menschen ansprechen denen ihr begegnet. Viele Menschen freuen sich wenn ihr Outfit/Style wahrgenommen wird und ein Fotoshooting angeboten wird. Für diesen Fall habe ich immer ein paar Visitenkarten dabei, diese lassen sich online leicht und günstig anfertigen. Auch Aushänge in Supermärkten können Hilfreich sein, in so ziemlich jedem Supermarkt gibt es diese. Der Vorteil ist, dass die Models direkt aus eurem Umfeld kommen und euch lange Fahrtwege erspart bleiben.

 

Wer sich noch mehr mit dem Thema “Arbeiten mit Models” beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch von Robert Kneschke “Die Arbeit mit Models” empfehlen. Hier könnt ihr meine Rezension zu dem Buch lesen: Die Arbeit mit Models – Robert Kneschke

 

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Hey, mein Name ist Felix und zusammen mit Flying Eve als Co-Autorin schreibe ich hier auf sik-life.de. Ich Fotografiere, schreibe und reise sehr gerne. Außerdem mache ich ab und zu Youtube-Videos. Bei Sik Life dreht sich alles darum das Leben zu genießen. Think positiv!

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